Im Folgenden stellen wir unsere bedeutsamen Leistungsindikatoren für das Geschäftsjahr 2025 dar. Unser Geschäftsmodell hat sich dabei abermals in herausfordernden Zeiten bewährt, die durch weltweit zunehmende Kriegsregionen und die dadurch wenig kalkulierbare außenpolitische Lage bestimmt werden. Das uns dabei entgegengebrachte Vertrauen unserer Kunden spiegelt sich insbesondere im Wachstum des Kundenwertvolumens und der uns anvertrauten Einlagen wider. Gleichzeitig entwickeln wir die strategische Ausrichtung der Bank konsequent weiter, um uns auf die zukünftigen Anforderungen unserer Mitglieder und Kunden vorzubereiten und damit das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stetig zu verbessern. Die Basis unseres Geschäftsmodells ist die gelebte Kundennähe. Zunehmend findet diese auch auf digitalen Wegen statt.
Bilanzsumme
Im Berichtsjahr stieg die Bilanzsumme um 1,6 % auf 3,664 Mrd. EUR. Ursächlich hierfür waren insbesondere der Anstieg der Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und in der Folge der Forderungen an Kreditinstitute.
Kundenforderungen
Die Förderung der Region sowie die Erfüllung der Kreditwünsche privater und gewerblicher Kunden sind Schwerpunkte unserer geschäftlichen Strategie im Kreditgeschäft. Im Geschäftsjahr konsolidierte das Kundenkreditgeschäft um insgesamt 49,7 Mio. EUR (-1,9 %) auf 2,615 Mrd. EUR.
Maßgeblich hierfür war insbesondere das weiterhin herausfordernde Marktumfeld im Immobiliensektor. Die spürbare Investitionszurückhaltung, verschärfte Finanzierungsbedingungen sowie die anhaltende Unsicherheit hinsichtlich Preisentwicklung und Baukosten waren dabei bestimmende Faktoren.
Wertpapieranlagen und Forderungen an Banken
Unsere Wertpapieranlagen dienen zur Anlage überschüssiger Mittel und stellen durch den Bestand an hochliquiden Aktiva eine angemessene Liquiditätslage sicher. Unseren gesamten Wertpapierbestand haben wir nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.
Kundeneinlagen
Die Spareinlagen erhöhten sich im Vergleich zum Vorjahr um 14,4 % auf 706,9 Mio. EUR, auch die anderen Einlagen stiegen um 3,0 % auf 2,15 Mrd. Auch deshalb konnten die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in erheblichem Umfang um 27,1 % auf 271,3 Mio. EUR reduziert werden.
Mitglieder
Die Zahl der Mitglieder belief sich zum Jahresende 2025 auf insgesamt 32.614. Wir streben weiter an, unsere Mitgliederbasis zu stärken und die Menschen in der Region mit unserer genossenschaftlichen Erfolgsgeschichte zu begeistern. Unsere Mitglieder profitieren exklusiv vom Zugriff auf Potentiale, Ressourcen und Netzwerke in unserer Region.
Personal- und Sozialbereich
Im Geschäftsjahr 2025 beschäftigten wir durchschnittlich 323 Vollzeitangestellte und 218 Teilzeitkräfte. 34 junge Menschen absolvieren ihre Ausbildung bei uns im Haus. Die Altersstruktur ist ausgewogen. Die Aus- und Weiterbildung nimmt einen wichtigen Stellenwert ein. Wir haben unsere Investitionen in diesem Bereich erhöht.
Kultur ist für uns ein Lebens- und Arbeitsgefühl. Fairness, Respekt, Partnerschaft, Teamgeist und Chancengleichheit sind unsere Werte.
Vermögenslage
Das offen ausgewiesene Eigenkapital beträgt zum Ende des Geschäftsjahres 498,4 Mio. EUR und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 9,1 Mio. EUR erhöht. An unserer Bank sind insgesamt 32.614 Mitglieder mit 577.509 Anteilen und 14,4 Mio. EUR Geschäftsguthaben beteiligt.
Per 31.12.2025 ergab sich eine Gesamtkapitalquote gemäß CRR von 17,6 % und liegt damit leicht über dem Vorjahresniveau (17,2 %). Die Gesamtkapitalquote erfüllt die vorgegebenen aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen.
Die Eigenmittelausstattung entspricht den gesetzlichen Anforderungen. Eine ausreichende Eigenmittelunterlegung für das zu erwartende Geschäftswachstum ist sichergestellt.
Mitgliedschaft in der Sicherungseinrichtung des BVR
Zur Erfüllung von gesetzlichen Vorgaben gehört die Bank der BVR-Institutssicherung (BVR-ISG) an. Die BVR-ISG ist eine Einrichtung der BVR Institutssicherung GmbH, Berlin, die als amtlich anerkanntes Einlagensicherungssystem gilt.
Daneben ist unsere Genossenschaft der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. (BVR-SE) angeschlossen, die aus dem Garantiefonds und dem Garantieverbund besteht. Die BVR-SE ist als zusätzlicher, genossenschaftlicher Schutz parallel zu der BVR-ISG tätig.
Finanz- und Liquiditätslage
Die Zahlungsbereitschaft unserer Bank war im abgelaufenen Geschäftsjahr stets gegeben. Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) haben wir eingehalten.
Aufgrund unserer Liquiditätslage und -steuerung, der Einbindung in den genossenschaftlichen Liquiditätsverbund und der unterhaltenen Bankguthaben, gehen wir davon aus, dass auch in den kommenden Jahren nicht mit einer Beeinträchtigung der Zahlungsbereitschaft zu rechnen ist.
Ertragslage
Der Zinsüberschuss reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 1,3 % auf 72,9 Mio. EUR. Aus dem Zinsüberschuss resultiert weiterhin der größte Beitrag zu den Gesamterträgen der Bank.
Der Provisionsüberschuss als zweite wesentliche Ertragsquelle unserer Bank stieg um 3,3 % auf 23,9 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr. Wesentliche Komponenten sind die gestiegenen Erträge aus Zahlungsverkehr und Kontoführung. Das Vermittlungsgeschäft mit den Verbundpartnern hat sich ebenfalls positiv entwickelt. Lediglich im Bereich des Bausparens gab es einen leichten Rückgang.
Der Personalaufwand ist u. a. aufgrund der Tarifanpassungen und des höheren Mitarbeiterstands um 2,4 Mio. EUR auf 39,6 Mio. EUR gestiegen. Die anderen Verwaltungsaufwendungen haben sich im Vergleich zum Vorjahr um 4,7 Mio. EUR bzw. 20,2 % erhöht. Ursache hierfür waren Zukunftsinvestitionen und erneut Auslagerungs- und IT-Kosten sowie Beratungskosten im Zusammenhang mit Projekten.
Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit ist in erheblichem Umfang durch die Bewertungsergebnisse im Kredit und Wertpapiergeschäft beeinflusst. Vor allem die Risikovorsorge im Kreditgeschäft trägt maßgeblich zur Reduzierung des Ergebnisses der normalen Geschäftstätigkeit bei. Ein sehr positives Bewertungsergebnis im Wertpapiergeschäft hat die teilweise Kompensation ermöglicht.
Insgesamt liegt das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit insbesondere aufgrund der vorgenannten Risikovorsorge mit 13,2 Mio. EUR um 13,2 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert.
Zusammenfassende Beurteilung der Lage
Insgesamt beurteilen wir die Geschäftsentwicklung und die wirtschaftliche Lage unseres Hauses im Vergleich zum Vorjahr als noch befriedigend.
Das Betriebsergebnis vor Bewertung ist aufgrund gestiegener Verwaltungsaufwendungen und unserer Zukunftsinvestitionen um 19,1 % geringer ausgefallen. Auch das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit liegt spürbar unterhalb des Vorjahresergebnisses.
Die Gesamtkapitalquote dagegen konnte leicht gesteigert werden.
Das Wachstum des durch uns betreuten Kundenwertvolumens setzte sich fort. Die Erwartungen im Kreditgeschäft wurden dabei deutlich unterschritten, im Einlagengeschäft deutlich überschritten.
Die Vermögenslage der Bank zeichnet sich unverändert durch eine angemessene Eigenkapitalausstattung aus. Alle aufsichtsrechtlichen Anforderungen wurden eingehalten.
Zur Abschirmung erkennbarer und latenter Risiken in den Kundenforderungen sind Wertberichtigungen gebildet worden. Dem allgemeinen Kreditrisiko ist durch Abzug von Pauschalwertberichtigungen Rechnung getragen worden.
Die Finanzlage und Liquiditätsausstattung entsprechen den aufsichtsrechtlichen und betrieblichen Erfordernissen.
Das Betriebsergebnis vor Bewertung sank um 6,7 Mio. EUR auf rund 28,4 Mio. EUR. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit ist mit 13,2 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr deutlich niedriger und spiegelt das herausfordernde Umfeld im Kreditgeschäft wider.
Aus dem positiven operativen Ergebnis resultieren gleichwohl immer noch Steuerzahlungen von 3,3 Mio. EUR. Nach Abzug der Einstellungen in den Fonds für allgemeine Bankrisiken ergibt sich ein Jahresüberschuss von rund 9,9 Mio. EUR. Das Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit wird im Vergleich zu anderen Kreditinstituten unserer Bilanzsummengröße als noch befriedigend eingestuft.
Die Volksbank Raiffeisenbank eG wird auch weiterhin ihren Mitgliedern und Kunden ein kompetenter Finanzdienstleister und Partner im Bankgeschäft sein.
Unseren Dank und unsere besondere Anerkennung sprechen wir unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus. Das Engagement und der persönliche Einsatz jedes Einzelnen haben einen wertvollen Beitrag zum Gesamtergebnis geleistet.
Besondere Ereignisse nach dem Jahresschluss
Satzungsgemäß war für unsere Genossenschaftsbank eine neue Vertreterversammlung zu wählen. Die Wahlen haben in der Zeit vom 16. bis 20. März 2026 stattgefunden. Wir danken allen Vertreterinnen und Vertretern sowie allen Ersatzvertreterinnen und Vertretern für Ihre Bereitschaft zur Übernahme dieses Ehrenamtes und ihr damit für unser Haus gezeigtes Interesse und Engagement. Allen Mitgliedern, die dieses Amt in den vergangenen vier Jahren ausgeübt haben, gilt unsere Anerkennung und unser Dank im gleichen Maße.
Voraussichtliche Entwicklung
– Prognosebericht –
Insgesamt erwarten wir unter Berücksichtigung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dass sich der Geschäftsverlauf und die Lage unserer Bank günstig entwickeln werden. Die jederzeitige Einhaltung der Anforderungen an das Eigenkapital und die Liquidität bleibt gewährleistet. Das Kreditgeschäft planen wir bewusst seitwärts. Wachstum sehen wir bei den Kundeneinlagen und in unserem Wertpapiergeschäft.
Für das Geschäftsjahr 2026 planen wir durch erwartet verbesserte Strukturen mit einem leicht verbesserten Zinsüberschuss. Wir planen den Provisionsüberschuss 2026 durch gezielte Vertriebsaktivitäten unter stetiger Achtung der Kundeninteressen zu erhöhen. Das Betriebsergebnis vor Bewertung erwarten wir insgesamt auf ebenfalls leicht erhöhtem Niveau gegenüber dem Vorjahr.
Die wirtschaftliche Entwicklung der kommenden Jahre wird maßgeblich vom weiteren Verlauf der durch die USA, Russland und China dominierten geopolitischen Ereignisse geprägt werden. Die möglichen Entwicklungen sind daher mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Dies kann dazu führen, dass sich die Annahmen, die unserer bisherigen Prognoserechnung zu Grunde liegen, als in Teilen nicht zutreffend erweisen.
Ergebnisverwendungsvorschlag
Der Aufsichtsrat und der Vorstand haben am 26. Mai 2026 beschlossen, der Vertreterversammlung für das Geschäftsjahr 2025 eine Dividende von (4 %) vorzuschlagen.
Der Aufsichtsrat und der Vorstand schlagen der Vertreterversammlung vor, den Jahresüberschuss von 9.867.583,33 EUR – unter Einbeziehung eines Gewinnvortrages von 55.213,34 EUR sowie nach dem Jahresabschluss mit 5.200.000,00 EUR ausgewiesenen Einstellungen in die Rücklagen – wie folgt zu verwenden:
| EUR | |
Zuweisung zu den gesetzlichen Rücklagen | 2.050.000,00 |
Zuweisung zu den Ergebnisrücklagen | 2.050.000,00 |
| Dividende | 582.401,48 |
| Vortrag auf neue Rechnung | 40.395,19 |
Itzehoe, Mai 2026
Der Vorstand
Stefan Lohmeier
Niels Pirck