Online Marketing
Ein ehrlicher Bericht über das Scheitern und Wachsen
Jana Sophie Otte

 

 

Jana Sophie Otte | Queen of Content | 22.04.2020

Noch nie waren Menschen vernetzter oder schneller informiert. Katzenvideos verschicken und ganz nebenbei den nächsten Urlaub buchen, einen Friseurtermin vereinbaren und ein Konto eröffnen. Alles vor dem heimischen Fernseher. Second Screening nennt sich das. Auch wenn viele Medien reißerisch etwas anderes behaupten: Wir sind längst im digitalen Zeitalter angekommen. Was viele Unternehmen und da schließen wir uns bewusst mit ein, vergessen: Was wir können, können unsere Kunden schon lange.
Das Marketing hat in den letzten Jahren eine generelle Wandlung erfahren. Es hat an Bedeutung gewonnen, wurde zum Knotenpunkt der externen und internen Kommunikation, verarbeitet täglich verschiedene Informationen und bereitet diese je nach Zielgruppe auf, um sie in den passenden Kanälen anzubieten. Essenziell ist hierbei das Verknüpfen der Online- und Offlinewelt, denn wer ins Internetmarketing einsteigt, darf die bisherigen, funktionierenden Print- und Kommunikationsmedien nicht komplett hinter sich lassen. Nachdem wir erste Multichannel-Erfahrungen sammelten, begannen wir im letzten Jahr damit Online Marketing gezielt einzusetzen. Wieso erst im letzten Jahr, fragen Sie sich jetzt vielleicht, die VReG hat doch schon seit Jahren eine Website und soziale Netzwerke? Das stimmt, aber nur weil etwas da ist, heißt es noch lange nicht, dass Kunden das Angebot auch wahrnehmen.

Anfangen oder „Beginner sind Gewinner.“

Richtig, Online Marketing ist ein komplexes Thema. Allein Abkürzungen wie CPC, SEO, SEA, ROI oder CTR, die von Online Marketeers viel, oft auch wahllos verwendet werden, machen es nicht leicht, einfach mal anzufangen. Viele dieser Fachvokabeln, mit denen wir zuerst nichts anfangen konnten, wurden dann mit wachsender Erfahrung aber immer wichtiger. Zum Prozess des Verstehens gehört ganz klar, dass wir unsere Kampagnen selbst erstellen, verwalten und analysieren. Nur so konnten wir Erfahrungen sammeln und austesten, was funktioniert und was eben nicht. Natürlich haben wir uns durch Webinare das Kernwissen angeeignet, wichtig sind aber vor allem die praktische Erfahrung und die Ausdauer, auch wenn sich das gewünschte Ergebnis nicht gleich zeigt.

Zielsetzung oder „Wieso das Ganze?“

Der allererste Schritt sollte immer die Zielsetzung sein. Was wollen wir mit unserer Kampagne eigentlich erreichen? Nach der Fusion war es für uns wichtig, die neue Marke VReG zu etablieren und bekannt zu machen. Das Internet bietet die Möglichkeit, eine ganz neue Nähe zwischen Marke und Kunden herzustellen, die wir uns durch verschiedenste Kampagnen zunutze machen konnten. Dieses Ziel erfordert eine komplett andere Ausrichtung der Online-Marketinginstrumente, als beispielsweise das Ziel ein bestimmtes Produkt zu verkaufen. Wir haben die Erfahrung gemacht, je exakter ein Ziel definiert ist, desto einfacher sind die übrigen Schritte durchzuführen. Wenn Sie sich noch nicht zutrauen ein Ziel in Zahlen zu definieren, versuchen Sie mit Worten zu beschreiben, was Sie von der Kampagne erwarten.

Inhalte oder „Content is queen“

Ist das Ziel definiert, geht es darum die Inhalte zu erstellen. Wichtig ist dabei im Hinterkopf zu behalten, dass die Kampagne im Internet ausgespielt wird. Das bedeutet, dass wir im Zweifel mit Hunderten von Bildern, Animationen und Videos um die Aufmerksamkeit unseres Kunden konkurrieren. Wer mutig ist, gewinnt, wer dabei auch noch authentisch bleibt, hat auch langfristig Erfolg. Bei uns hat sich das gute alte Storytelling bewährt. Nichts bleibt besser im Gedächtnis, als eine gut erzählte Geschichte. Das gilt für große, wie auch für die ganz kleinen Kunden. Egal ob die Abenteuer von unserem Bankhund Anton oder unsere erste eigene Serie DIE BANK: Geschichten rufen Emotionen hervor und diese bleiben im Kopf.

Plattformwahl oder „Wer die Wahl hat, hat die Qual.“

Sobald der Inhalt steht, ist eigentlich schon klar, welche Plattform der Hauptschauplatz der Kampagne wird. Wer zum Beispiel eine Serie dreht, veröffentlicht diese auf einer Videoplattform. Wichtig ist nur, die zahlreichen Nebenschauplätze nicht zu vergessen. Im Idealfall bespielen wir alle Kanäle, die zur Verfügung stehen. Der Hintergrund ist, dass verschiedene Zielgruppen sich auf verschiedenen Kanälen bewegen. Das bedeutet im Umkehrschluss jedoch auch, dass in der Profiliga des Marketings jeder Kanal eigenen, auf die Zielgruppe angepassten, Inhalt bekommt. Wichtig ist nur, dass es eine Basis gibt, auf der es eine Kommunikationsmöglichkeit wie auch Informationen zur Kampagne gibt. Das kann eine Website oder auch ein Onlineshop sein.

Zielgruppenanalyse oder „Kennen wir unsere Kunden wirklich?“

Wer mehr als zehn Kunden hat, kann unmöglich im Blick behalten, was den einzelnen Menschen ausmacht, was ihn bewegt und anspricht. Webanalysetools zeigen, wer unsere Kunden sind und was ihnen gefällt. Wenn die Zielgruppe richtig analysiert ist, stellen Sie schnell fest, dass Online Marketing der schönste Job der Welt ist. Wenn nicht, bleibt er es, wird allerdings ein wenig mühsamer. Es ist wichtig, Zielgruppen unter den eigenen Kunden zu erkennen und ihnen ihre Merkmale zuzuordnen, sodass Personas entstehen. Das sind fiktive Charaktere, die repräsentativ für die gesamte Zielgruppe stehen. Diese Analyse sollte fortlaufend geführt werden, denn eine Kerneigenschaft von Zielgruppen ist, dass sie sich verändern. Jeder Mensch reagiert auf Umwelteinflüsse und Trends, unsere Aufgabe ist es dabei herauszufinden, wie unsere Kunden reagieren.

Budgetbestimmung oder „Was kostet die Welt?“

Wenn Sie fragen „Und was kostet jetzt dieses Online Marketing?“ kann es schon sein, dass jemand aus diesem Fachgebiet die Augen verdreht. Im Gegensatz zu klassischen Medien, wo zu einem festen Preis gebucht wird, ist die Online-Welt etwas dynamischer, vergleichbar mit einem Auktionshaus. Je nachdem welches Ziel wir verfolgen bestimmen wir selbst, wofür wir zahlen wollen und wie viel. Diese Einstellungen gehen nun als Gebot raus und konkurriert mit allen anderen Werbetreibenden um den Werbeplatz. Wer bereit ist, am meisten zu zahlen, bekommt den Platz. Grundsätzlich erreichen wir aber auch schon mit kleinen Budgets eine Vielzahl an Menschen.

Analyse oder „Messen statt schätzen.“

Einen großen Vorteil, den die Online Welt bietet, ist die Analyse. Selbst im Rahmen der noch ziemlich frischen DSGVO, sind wir in der Lage eine Menge Informationen aus Online Kampagnen zu gewinnen, ohne eben diese zu verletzen. Das beginnt mit „Wie viele Menschen haben meine Kampagne gesehen“ geht über „Welches Gerät verwendeten sie beim Abspielen“ bis hin zu ausgefeiltem Conversionstrackig. Die Informationen nutzen wir um unsere Kampagnen besser zu machen und immer weiter auf die Zielgruppe anzupassen. Das Beste daran: Die Zahlen lassen Sie nicht im Stich. Sie können ihren Erfolg somit in Echtzeit messen und auch in Echtzeit reagieren.

 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Online Marketing viel weniger beängstigend ist, als wir und vielleicht auch Sie, anfangs dachten. Wenn Sie die Regeln grob im Blick behalten und auch mit ein wenig Neugierde und Spaß an die Online Welt herantreten, hat sie noch viel mehr zu bieten, als vermutet. Wir zumindest freuen und darauf Sie in Kürze auf dem Parkett des Online-Marketings begrüßen zu können.